Wer sind wir wirklich, wenn wir unsere Rollen ablegen? Diese Frage beschäftigt viele. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gibt es faszinierende Einblicke, wie unser Wesen mit unserem Ego und den Masken, die wir im Leben tragen, zusammenspielt. Lass uns gemeinsam erkunden, wie die TCM uns helfen kann, uns selbst besser zu verstehen, jenseits der vielen Gesichter, die wir zeigen. Es geht darum, die eigene Persönlichkeit im Lichte der TCM neu zu entdecken und das Ego nicht als Feind, sondern als Teil des Ganzen zu sehen.
Schlüsselgedanken
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Das Ego formt unsere Identität, indem es uns hilft, uns in der Welt zu orientieren, kann uns aber auch von unserem wahren Wesen ablenken.
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Die TCM betrachtet den Menschen ganzheitlich durch die Prinzipien von Yin und Yang sowie den Fünf Wandlungen, die grundlegende Aspekte unserer Persönlichkeit und unseres Energiekörpers beschreiben.
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Rollen sind wie Kleider, die wir anziehen und ablegen können. Die Anhaftung an diese Rollen kann Leid verursachen, während das Loslassen Raum für Wachstum schafft.
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Körper, Geist und Seele sind untrennbar verbunden. Emotionen und körperliche Zustände beeinflussen sich gegenseitig und sind zentral für das Gleichgewicht im Sinne der TCM.
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Selbsterkenntnis jenseits des Egos wird durch Reflexion, Achtsamkeit und Mitgefühl gefördert, was zu einem authentischeren und ausgeglicheneren Leben führt.
Die Rolle des Egos in der Persönlichkeit
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Das Ego als Konstrukt der Identität
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) betrachten wir den Menschen ganzheitlich. Das, was wir gemeinhin als «Ich» oder «Ego» bezeichnen, ist in der TCM nicht als feste Entität zu verstehen, sondern eher als ein dynamisches Zusammenspiel von Energien und Funktionen. Stell dir das Ego wie ein kunstvolles Geflecht vor, das aus unseren Erfahrungen, Erinnerungen, Überzeugungen und den Rollen, die wir im Leben einnehmen, gewoben wird. Es ist das Gefühl, eine eigenständige Person zu sein, mit einer eigenen Geschichte und einem eigenen Platz in der Welt.
Dieses Konstrukt gibt uns Halt und Orientierung. Es hilft uns, uns von anderen abzugrenzen und eine persönliche Identität zu entwickeln. Ohne dieses «Ich-Gefühl» wären wir vielleicht wie ein Blatt im Wind, ohne festen Anker. Doch gerade diese Verfestigung kann uns auch einschränken, wenn wir uns zu sehr mit unseren Rollen und Vorstellungen identifizieren.
Wie das Ego unsere Wahrnehmung formt
Das Ego ist wie ein Filter, durch den wir die Welt sehen. Es beeinflusst, was wir wahrnehmen, wie wir es interpretieren und welche Bedeutung wir den Dingen beimessen. Unsere Erziehung, unsere Kultur und unsere bisherigen Erfahrungen prägen diesen Filter. Was für den einen eine Bedrohung darstellt, kann für den anderen eine Chance sein – je nachdem, wie das eigene Ego diese Situation bewertet.
Diese selektive Wahrnehmung kann dazu führen, dass wir die Realität nicht immer objektiv erfassen. Wir neigen dazu, Informationen so zu verarbeiten, dass sie zu unseren bestehenden Überzeugungen passen. Das kann uns zwar ein Gefühl von Sicherheit geben, hindert uns aber auch daran, neue Perspektiven einzunehmen und uns weiterzuentwickeln. Es ist, als würden wir durch eine Brille blicken, deren Gläser wir selbst gefärbt haben.
Das Zusammenspiel von Ego und Rollen
Im Laufe unseres Lebens schlüpfen wir in viele verschiedene Rollen: als Kind, als Elternteil, als Berufstätiger, als Freund. Jede dieser Rollen bringt bestimmte Erwartungen und Verhaltensweisen mit sich. Das Ego greift diese Rollen auf und integriert sie in unser Selbstbild. Wir beginnen, uns mit diesen Rollen zu identifizieren, manchmal so stark, dass wir vergessen, wer wir jenseits dieser Masken sind.
Diese Identifikation mit Rollen kann uns einerseits helfen, uns in sozialen Gefügen zurechtzufinden und unseren Platz zu finden. Andererseits kann sie uns auch daran hindern, authentisch zu sein und unser wahres Wesen auszudrücken. Wenn wir uns zu sehr mit einer Rolle identifizieren, laufen wir Gefahr, uns selbst zu verlieren, wenn diese Rolle wegfällt oder sich verändert. Es ist wichtig zu erkennen, dass diese Rollen Werkzeuge sind, die wir nutzen, aber nicht unser eigentliches Selbst definieren.
In der TCM sehen wir das Ego nicht als Feind, sondern als einen Teil des komplexen Systems, das uns ausmacht. Es ist die Art und Weise, wie wir mit diesem Ego umgehen – ob wir uns darin verstricken oder es mit Bewusstsein betrachten –, die bestimmt, ob es uns dient oder uns einschränkt.
TCM-Perspektive auf das Wesen des Menschen
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) betrachten wir den Menschen als ein untrennbares Ganzes aus Körper, Geist und Seele. Es geht uns darum, das tiefe Zusammenspiel aller Aspekte zu verstehen, um das Gleichgewicht und die Gesundheit zu fördern. Dabei stützen wir uns auf jahrtausendealte Weisheiten, die uns helfen, die grundlegenden Energien und Prinzipien des Lebens zu erkennen.
Yin und Yang als Grundlage der Persönlichkeit
Die Basis unseres Verständnisses bildet die Lehre von Yin und Yang. Stell dir das wie zwei Seiten derselben Medaille vor: Sie sind gegensätzlich, aber ohne einander nicht denkbar. Tag und Nacht, Hell und Dunkel, Aktivität und Ruhe – das sind Beispiele für diese Polaritäten. In uns Menschen zeigt sich das zum Beispiel darin, dass wir sowohl Ruhephasen brauchen als auch Zeiten der Aktivität. Deine Persönlichkeit ist geprägt von der Art und Weise, wie diese beiden Kräfte in dir wirken und sich ergänzen. Ein gesundes Gleichgewicht zwischen Yin und Yang ist entscheidend für dein Wohlbefinden.
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Yin-Aspekte |
Yang-Aspekte |
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Ruhe, Dunkelheit, Kälte, Materie |
Aktivität, Licht, Wärme, Energie |
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Körperinneres, Speicherorgane |
Körperäusseres, Hohlorgane |
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Blut, Substanz |
Qi, Energie |
Die Fünf Wandlungen und ihre Bedeutung
Darüber hinaus nutzen wir die Theorie der Fünf Wandlungen (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser), um die Dynamik der Natur und des Menschen zu beschreiben. Jede Wandlung steht für bestimmte Qualitäten, Organe, Emotionen und sogar Jahreszeiten. Deine Persönlichkeit kann durch die Dominanz oder das Ungleichgewicht bestimmter Wandlungen beeinflusst werden. So kann zum Beispiel eine starke Holz-Energie zu Ungeduld führen, während eine ausgeprägte Erd-Energie dich eher geerdet und fürsorglich macht. Das Verständnis dieser Wandlungen hilft uns, deine individuellen Stärken und Herausforderungen zu erkennen.
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Holz: Wachstum, Entschlossenheit, Zorn
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Feuer: Freude, Begeisterung, Hektik
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Erde: Stabilität, Fürsorge, Grübeln
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Metall: Ordnung, Loslassen, Traurigkeit
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Wasser: Weisheit, Ruhe, Angst
Qi und Blut als Träger von Geist und Körper
Qi, oft als Lebensenergie übersetzt, und Blut sind die fundamentalen Substanzen, die uns am Leben erhalten. Qi bewegt das Blut, und Blut nährt das Qi. Sie sind untrennbar miteinander verbunden und bilden die Grundlage für die Funktion von Körper und Geist. Wenn Qi oder Blut in deinem Körper nicht frei fließen oder unausgeglichen sind, kann das sowohl körperliche Beschwerden als auch emotionale oder geistige Zustände beeinflussen. Ein harmonischer Fluss von Qi und Blut ist die Basis für ein klares Denken und ein stabiles Gemüt.
In der TCM sehen wir, dass körperliche Zustände und geistige Verfassungen sich gegenseitig bedingen. Was auf der körperlichen Ebene geschieht, beeinflusst deinen Geist, und umgekehrt. Es ist ein ständiger Dialog zwischen deinem physischen Sein und deinem inneren Erleben.
Die Vergänglichkeit von Rollen und Identitäten
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Loslassen von Anhaftungen im TCM-Kontext
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) betrachten wir den Menschen als ein dynamisches System, das ständig im Fluss ist. Ähnlich wie die Jahreszeiten sich wandeln, verändern sich auch unsere Rollen und die Identitäten, die wir uns im Laufe des Lebens zuschreiben. Diese Rollen – sei es als Elternteil, Berufstätiger, Freund oder Partner – sind oft wie Kleider, die wir anziehen. Sie dienen einem Zweck, doch sie sind nicht unser wahres Wesen. Die TCM lehrt uns, dass Anhaftung an diese Rollen zu Stagnation führen kann, sowohl auf körperlicher als auch auf geistiger Ebene. Wenn wir uns zu sehr mit einer Rolle identifizieren, kann das unser Qi, unsere Lebensenergie, blockieren. Stell dir vor, du versuchst, ein Kleidungsstück zu tragen, das dir nicht mehr passt. Es zwickt und zwängt, es schränkt dich ein. Genauso kann es uns ergehen, wenn wir an Rollen festhalten, die nicht mehr zu uns gehören.
Die Illusion der Beständigkeit
Wir Menschen neigen dazu, nach Beständigkeit zu suchen. Wir möchten, dass Dinge bleiben, wie sie sind, dass unsere Identität sich nicht verändert. Doch die Natur selbst lehrt uns das Gegenteil: Alles ist im Wandel. In der TCM sehen wir dies im Kreislauf der Fünf Wandlungen (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser). Jede Wandlung geht in die nächste über, nichts bleibt statisch. Unsere Rollen und Identitäten sind da keine Ausnahme. Sie sind wie Wellen auf dem Ozean – sie entstehen, sie bewegen sich und sie lösen sich wieder auf. Wenn wir versuchen, diese Wellen festzuhalten, werden wir nur enttäuscht sein. Die TCM ermutigt uns, diese natürliche Vergänglichkeit anzunehmen. Es ist nicht das Ende, wenn eine Rolle endet oder sich eine Identität wandelt; es ist vielmehr eine Einladung, uns neu zu entdecken.
Der Mut, das Unbekannte anzunehmen
Das Loslassen von Rollen und Identitäten kann beängstigend sein. Es bedeutet, sich dem Unbekannten zuzuwenden, eine Art „Niemandsland“, wie es manchmal genannt wird. Doch gerade in diesem Raum des Unbekannten liegt grosses Potenzial für Wachstum und Heilung. Wenn wir uns von unseren gewohnten Masken befreien, können wir tiefer zu uns selbst vordringen. Die TCM unterstützt diesen Prozess, indem sie uns hilft, das Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele wiederherzustellen. Wenn wir uns körperlich und energetisch gestärkt fühlen, entwickeln wir auch den Mut, uns dem Wandel zu stellen. Es ist ein Prozess, der Geduld und Mitgefühl mit sich selbst erfordert. Die wahre Stärke liegt nicht im Festhalten, sondern im mutigen Annehmen dessen, was kommt.
Das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele
Ganzheitliche Betrachtung in der TCM
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) betrachten wir den Menschen immer als eine Einheit. Körper, Geist und Seele sind keine getrennten Entitäten, sondern untrennbar miteinander verbunden. Stell dir vor, dein Körper ist wie ein Garten. Wenn die Erde (Körper) gesund ist, können die Pflanzen (Gefühle, Gedanken) gut wachsen. Wenn die Pflanzen überwuchern oder krank sind, beeinflusst das auch die Erde. Genauso beeinflussen sich körperliche Zustände und unser seelisches Befinden gegenseitig.
Wie körperliche Zustände das Gemüt beeinflussen
Aus Sicht der TCM sind die inneren Organe nicht nur für körperliche Funktionen zuständig, sondern auch eng mit unseren Emotionen verknüpft. Zum Beispiel wird die Leber mit Ärger und Frustration in Verbindung gebracht. Wenn die Leber-Energie blockiert ist, kann das zu Gereiztheit führen. Umgekehrt kann starker, anhaltender Ärger die Leber belasten. Ähnlich verhält es sich mit der Milz, die mit Sorgen und Grübeln zusammenhängt. Wenn du viel sorgenvoll bist, kann das deine Milz schwächen, was wiederum zu Müdigkeit und Verdauungsproblemen führen kann. Diese Wechselwirkung zeigt, wie wichtig es ist, auf beide Aspekte – Körper und Geist – zu achten.
Die Rolle von Emotionen im Gleichgewicht
Emotionen sind ein natürlicher Teil des Lebens und für unser Wohlbefinden wichtig. Doch wie bei allem kommt es auf das richtige Mass an. In der TCM sprechen wir von den „Sieben Emotionen“, die bei Übermass oder Mangel zu Disharmonien führen können:
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Zorn: Kann die Leber-Energie schädigen.
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Freude: Übermässige Freude kann das Herz-Qi erschöpfen.
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Sorge/Grübeln: Belastet die Milz und den Magen.
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Nachdenklichkeit: Ähnlich wie Sorge, kann aber auch zu Stagnation führen.
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Trauer: Schwächt die Lunge und das Lungen-Qi.
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Angst: Beeinträchtigt die Nieren und das Nieren-Qi.
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Schreck: Kann das Herz-Qi durcheinanderbringen.
Wenn diese Emotionen im Gleichgewicht sind, fliessen sie wie ein gesunder Fluss. Sind sie jedoch blockiert oder übermässig, stauen sie sich und können zu körperlichen Beschwerden führen. Die TCM bietet hier Wege, durch gezielte Behandlungen wie Akupunktur, Kräuter oder auch Qigong, diese emotionalen und körperlichen Ungleichgewichte wieder in Harmonie zu bringen.
Wege zur Selbsterkenntnis jenseits des Egos
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Reflexion als Schlüssel zur Differenzierung
In unserer täglichen Praxis begegnen wir oft dem Wunsch, uns selbst besser zu verstehen. Doch wie gelingt das, wenn unser Denken und Fühlen stark von den Rollen geprägt ist, die wir im Leben einnehmen? Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) lehrt uns, dass das Ego, also unser Ich-Gefühl, oft eine feste Struktur bildet, die unsere Wahrnehmung einschränkt. Um wirklich zu uns selbst zu finden, ist es wichtig, diese Strukturen zu erkennen und zu hinterfragen.
Reflexion ist dabei ein mächtiges Werkzeug. Sie erlaubt uns, unsere Gedanken, Gefühle und Reaktionen zu beobachten, ohne uns sofort mit ihnen zu identifizieren. Fragen Sie sich: Warum reagiere ich in dieser Situation so? Gehört diese Reaktion zu mir, oder ist sie Teil einer Rolle, die ich gerade spiele? Dieses bewusste Innehalten hilft, die feinen Unterschiede zwischen dem wahren Wesen und den erlernten Verhaltensmustern zu erkennen. Es ist ein Prozess, der Geduld erfordert, aber er öffnet den Weg zu einer klareren Sicht auf uns selbst.
Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst
Achtsamkeit bedeutet, den gegenwärtigen Moment bewusst wahrzunehmen, ohne zu urteilen. In der TCM sehen wir den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele. Wenn wir achtsam mit uns umgehen, achten wir auf die Signale unseres Körpers, auf unsere Emotionen und auf unsere Gedanken. Das bedeutet auch, sich selbst mit Mitgefühl zu begegnen, besonders wenn wir Fehler machen oder uns überfordert fühlen.
Anstatt uns selbst zu kritisieren, können wir uns fragen, was wir aus der Situation lernen können. Dies ist besonders wichtig, wenn wir uns von unseren Rollen lösen wollen. Oftmals sind wir so sehr mit unseren Aufgaben und Verpflichtungen beschäftigt, dass wir vergessen, auf unsere eigenen Bedürfnisse zu achten. Achtsamkeit hilft uns, diese Bedürfnisse wahrzunehmen und ihnen Raum zu geben. Es ist ein sanfter Weg, sich selbst näherzukommen und eine innere Balance zu finden.
Die Bedeutung von Mitgefühl und Authentizität
Wenn wir beginnen, uns von den Fesseln des Egos und den starren Rollen zu befreien, entdecken wir oft eine tiefere Ebene unseres Seins. Diese Ebene ist geprägt von Mitgefühl – sowohl für uns selbst als auch für andere – und von Authentizität. Authentizität bedeutet, echt zu sein, sich so zu zeigen, wie man wirklich ist, ohne Masken oder Verstellungen. Das ist nicht immer einfach, denn es erfordert Mut, sich verletzlich zu zeigen. Doch gerade in dieser Verletzlichkeit liegt eine grosse Kraft. Wenn wir authentisch sind, können wir tiefere Verbindungen zu anderen Menschen aufbauen.
Mitgefühl, das aus dieser Authentizität erwächst, ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine Haltung. Es ist die Fähigkeit, das Leiden anderer zu erkennen und den Wunsch zu haben, es zu lindern. Aus Sicht der TCM sind diese Qualitäten eng mit einem harmonischen Fluss von Qi und Blut verbunden. Ein Herz, das von Mitgefühl erfüllt ist, kann freier schwingen, was sich positiv auf den gesamten Organismus auswirkt. Es ist ein Weg, der uns nicht nur zu uns selbst führt, sondern auch zu einer tieferen Verbundenheit mit der Welt um uns herum.
TCM und die Transformation des Egos
Ursachen von Leiden aus Sicht der TCM
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) betrachten wir Leiden nicht isoliert, sondern als Ausdruck eines Ungleichgewichts im gesamten System von Körper, Geist und Seele. Krankheit entsteht oft aus einer primären Kontraktion der Lebensenergie, des Qi. Diese Kontraktion wurzelt häufig in unserem Glauben an eine feste, getrennte Ich-Identität – dem Ego. Wenn wir uns zu stark mit unseren Rollen, Gedanken und Gefühlen identifizieren, ziehen wir uns zusammen, was den freien Fluss des Qi blockiert. Dies kann zu Stagnation führen, die sich als Angst vor dem Verlust oder als Sehnsucht nach Beständigkeit manifestiert. Diese inneren Spannungen sind oft die eigentliche Ursache für körperliche und seelische Beschwerden.
Therapeutische Ansätze zur Auflösung von Blockaden
Die TCM bietet verschiedene Wege, um diese Blockaden zu lösen und dem wahren Wesen Raum zu geben. Es geht darum, die Anhaftungen zu erkennen, die uns binden. Ein wichtiger Ansatz ist die Differenzialdiagnostik, die uns hilft, die genauen Muster des Ungleichgewichts zu verstehen. Anstatt nur Symptome zu behandeln, suchen wir die Wurzel des Problems. Dies kann durch gezielte Akupunktur, Kräutertherapie oder auch durch Empfehlungen zur Ernährung und Lebensweise geschehen. Das Ziel ist, das Qi wieder in Fluss zu bringen und dem Geist zu helfen, sich von starren Mustern zu lösen.
Das Erblühen des wahren Wesens
Wenn wir lernen, uns von der Identifikation mit unseren Rollen und dem Ego zu lösen, beginnt sich etwas Neues zu entfalten. Es ist, als würde eine Knospe aufblühen. Die TCM lehrt uns, dass hinter all den Masken und Identitäten ein zeitloses, reines Wesen liegt. Dieses Wesen ist von Natur aus friedlich und voller Mitgefühl. Durch die Arbeit an uns selbst, im Einklang mit den Prinzipien der TCM, können wir dieses wahre Selbst wiederentdecken und zum Erblühen bringen. Es ist ein Prozess des Loslassens und des Annehmens, der uns zu mehr Leichtigkeit und innerem Frieden führt.
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) kann dir helfen, dein inneres Ich besser zu verstehen und zu verändern. Stell dir vor, du lernst, wie du alte Gewohnheiten loslässt, die dich vielleicht zurückhalten. Das ist wie ein Neustart für dein Selbstbild. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie TCM dir bei dieser persönlichen Entwicklung helfen kann, schau auf meiner Webseite vorbei!
Zum Schluss: Wer sind wir wirklich?
Wenn wir uns von unseren Rollen lösen, die wir im Leben spielen – sei es als Eltern, Berufstätige oder Freunde – was bleibt dann übrig? Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sind diese Rollen oft eng mit unserem Ego verbunden, mit dem Gefühl, eine feste Identität zu haben. Doch diese Identität ist vergänglich, wie alles in der Natur.
Die TCM lehrt uns, dass wir letztlich aus Energie und Essenz bestehen, die sich ständig wandelt. Indem wir uns von der Vorstellung lösen, dass unsere Rollen unser wahres Selbst definieren, können wir eine tiefere Verbindung zu unserem inneren Wesen finden. Es geht darum, die Vergänglichkeit anzunehmen und im gegenwärtigen Moment zu ruhen, anstatt sich an eine feste Vorstellung von uns selbst zu klammern. So können wir erkennen, dass unser wahres Selbst jenseits aller Rollen und Konzepte liegt – ein Zustand von Klarheit und Präsenz.
Häufig gestellte Fragen
Was genau ist das ‚Ego‘ in der TCM-Sicht?
Stell dir das Ego wie eine Art Ich-Gefühl vor, das uns sagt, wer wir sind. Es hilft uns, uns von anderen zu unterscheiden und gibt uns ein Gefühl von Beständigkeit. Aber manchmal klammert es sich zu sehr an Dinge, wie unsere Rollen oder wie wir uns fühlen, was zu Problemen führen kann.
Wie passt die TCM zu unserem ‚wahren Wesen‘?
Die TCM sieht uns als ein Ganzes, bestehend aus Körper, Geist und Seele. Sie erklärt, dass wir alle von Natur aus gut sind, aber durch unser Ego und die Rollen, die wir spielen, davon abkommen können. Die TCM hilft, dieses Gleichgewicht wiederzufinden und zu unserem ursprünglichen Wesen zurückzukehren.
Warum sind Rollen wichtig, aber auch hinderlich?
Rollen, wie die eines Elternteils, einer Arbeitskraft oder eines Freundes, geben uns Struktur und helfen uns im Leben. Sie sind wie Werkzeuge. Aber wenn wir uns zu sehr mit diesen Werkzeugen identifizieren und vergessen, wer wir ohne sie sind, können sie uns einschränken und uns daran hindern, uns frei zu entwickeln.
Was bedeutet ‚Yin und Yang‘ für unsere Persönlichkeit?
Yin und Yang sind wie zwei Seiten einer Medaille, die sich ergänzen. Stell dir Yin als das Ruhige, Innere vor und Yang als das Aktive, Äussere. In unserer Persönlichkeit zeigt sich das darin, dass wir mal ruhig und nachdenklich sind (Yin) und mal energisch und tatkräftig (Yang). Ein gutes Gleichgewicht ist wichtig.
Wie kann mir die TCM helfen, mich selbst besser zu verstehen?
Die TCM bietet verschiedene Wege zur Selbsterkenntnis. Durch das Beobachten unseres Körpers, unserer Gefühle und unserer Gedanken können wir lernen, uns selbst besser zu verstehen. Achtsamkeit und Mitgefühl für uns selbst sind dabei Schlüssel, um über das Ego hinauszuschauen und authentischer zu werden.
Was ist der Unterschied zwischen dem ‚wahren Wesen‘ und dem ‚Ego‘ laut TCM?
Das ‚wahre Wesen‘ ist unser ursprünglicher, reiner Kern, frei von Anhaftungen und Rollen. Das ‚Ego‘ ist eher wie eine Maske oder eine Sammlung von Identifikationen, die wir im Laufe des Lebens aufbauen. Es hilft uns zwar, uns in der Welt zurechtzufinden, kann uns aber auch von unserem wahren Wesen entfremden.



